Edelstahlschrott ist deutlich mehr wert als normaler Stahlschrott. Wer Edelstahl erkennt und getrennt sammelt, erzielt beim Verkauf spürbar bessere Preise. Doch woran erkennt man Edelstahl – und was ist der Unterschied zwischen V2A und V4A?
Was macht Edelstahl wertvoll?
Rostfreier Edelstahl enthält neben Eisen vor allem Chrom und Nickel, bei manchen Sorten zusätzlich Molybdän. Besonders Nickel ist teuer – deshalb orientiert sich der Wert von Edelstahlschrott stark am Nickelpreis an der LME.
Der Magnet-Test
Der einfachste erste Test: Halten Sie einen Magneten an das Teil.
- Haftet kaum oder gar nicht: wahrscheinlich austenitischer Edelstahl (z. B. V2A oder V4A).
- Haftet stark: normaler Stahl – oder ein ferritischer Chromstahl, der ebenfalls rostfrei sein kann, aber weniger Nickel enthält.
Achtung: Durch Kaltverformung, etwa an Biegestellen, kann auch austenitischer Edelstahl leicht magnetisch werden. Der Magnet-Test ist daher ein Hinweis, kein Beweis.
V2A und V4A – der Unterschied
- V2A (z. B. Werkstoff 1.4301): der Klassiker für Spülen, Küchengeräte, Geländer und Behälter.
- V4A (z. B. 1.4401/1.4571): enthält zusätzlich Molybdän und ist korrosionsbeständiger – typisch für Schwimmbad, Chemie, Lebensmittelindustrie und den Einsatz am Meer.
Mit bloßem Auge sind die beiden kaum zu unterscheiden. Sicher bestimmen lässt sich die Legierung per Röntgenfluoreszenz-Analyse.
Tipps für bessere Preise
- Edelstahl nie mit normalem Stahl mischen.
- V2A und V4A nach Möglichkeit getrennt sammeln.
- Anhaftungen wie Kunststoff, Holz oder Stahlschrauben entfernen.
- Edelstahlspäne getrennt von Stückschrott halten.
Mehr zum Thema im Schrott-Lexikon: Sortenreinheit und unter Wir kaufen.
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