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Schrott-Lexikon

Im Schrott- und Metallhandel gibt es viele Fachbegriffe. In unserem Schrott-Lexikon erklären wir die wichtigsten Begriffe kurz und verständlich – von A wie Abschlag bis Z wie Zerspanung.

Abschlag

Differenz zwischen einer Referenznotierung, etwa der LME, und dem Preis für ein konkretes Schrottmaterial. Der Abschlag deckt Sortierung, Aufbereitung, Transport und Einschmelzen ab und hängt vor allem von Sortenreinheit und Anhaftungen ab. Mehr dazu unter Schrottpreise.

Altschrott

Metallschrott aus ausgedienten Produkten, Gebäuden und Anlagen, etwa Träger, Heizkörper oder Maschinenteile. Im Gegensatz zum Neuschrott ist die genaue Zusammensetzung oft nicht bekannt. Bei Stahl wird Altschrott nach Wandstärke in die Sorten E1 und E3 eingeteilt.

Anhaftungen

Fremdstoffe, die am Metall haften, etwa Lack, Kunststoff, Isolierung, Öl, Beton oder Gummi. Anhaftungen verringern den Metallgehalt und führen zu Preisabschlägen oder einer niedrigeren Einstufung.

BDSV

Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen. Der Verband erhebt monatlich Durchschnittspreise für Stahlschrott in Deutschland, die als überregionale Referenz dienen. Mehr dazu unter BDSV-Preise.

Buntmetalle (NE-Metalle)

Sammelbegriff für Nichteisenmetalle wie Kupfer, Aluminium, Messing, Bronze, Zink, Blei und Zinn. Buntmetalle erzielen deutlich höhere Preise als Stahlschrott und werden an der London Metal Exchange gehandelt.

E1 und E3

Stahlschrottsorten nach der europäischen Sortenliste. E1 bezeichnet leichten Altschrott mit überwiegend weniger als 6 mm Wandstärke, E3 schweren Altschrott mit mehr als 6 mm, etwa Träger und dicke Bleche.

Hartmetall

Verbundwerkstoff aus Wolframkarbid und einem Kobaltbinder, verwendet für Wendeschneidplatten, Bohrer und Fräser. Aufgrund des Wolfram- und Kobaltgehalts einer der wertvollsten Schrotte je Kilogramm. Mehr unter Hartmetall-Ankauf.

HSS

High Speed Steel, auf Deutsch Schnellarbeitsstahl. Hochlegierter Werkzeugstahl für Bohrer und Fräser. HSS ist höherwertig als normaler Stahl, aber deutlich weniger wert als Hartmetall und sollte getrennt gesammelt werden.

LME

London Metal Exchange, die weltweit wichtigste Börse für Buntmetalle. Die LME notiert Kupfer, Aluminium, Zink, Blei, Nickel und Zinn börsentäglich in US-Dollar je Tonne. Ihre Notierungen sind die Basis für die Preisbildung bei Buntmetallschrott.

Marienhütte-Notierung

Monatliche Bekanntgabe des Grazer Stahlwerks Marienhütte, um wie viel sich seine Ankaufspreise für Stahlschrott verändern. Maßgebliche Referenz für Stahlschrott in der Steiermark. Aktueller Stand unter Marienhütte Schrottpreise.

Millberry

Handelsbezeichnung für die hochwertigste Kupferschrottsorte: blanker, glänzender Kupferdraht ohne Lack, Verzinnung und Oxidation mit einem Kupfergehalt von mindestens 99,9 Prozent.

Neuschrott

Produktionsabfälle wie Stanzreste, Verschnitt und Späne aus der Metallverarbeitung. Da die Zusammensetzung bekannt und das Material meist sauber ist, wird Neuschrott in der Regel höher bewertet als Altschrott.

Shredderschrott

Schrott, der in einer Shredderanlage zerkleinert und dabei von Fremdstoffen getrennt wird. Typische Ausgangsmaterialien sind Altautos, Haushaltsgeräte und Mischschrott mit Kunststoffanteilen.

Sortenreinheit

Grad, in dem ein Material nur aus einer Metallsorte oder Legierung besteht. Sortenreines Material erzielt deutlich höhere Preise als gemischte Ware, die nach der geringwertigsten enthaltenen Sorte bewertet wird.

VHM

Vollhartmetall. Werkzeuge, die vollständig aus Hartmetall bestehen, etwa VHM-Bohrer und VHM-Fräser. Im Gegensatz zu gelöteten Werkzeugen ohne Stahlanteil und daher höher bewertet.

Wiegeschein

Beleg über die auf einer geeichten Waage ermittelte Menge. Der Wiegeschein ist die verbindliche Grundlage für die Abrechnung und dient zugleich als Nachweis über die übergebene Menge.

XRF-Analyse

Röntgenfluoreszenzanalyse. Zerstörungsfreies Messverfahren, mit dem die Legierungszusammensetzung von Metallen direkt vor Ort bestimmt werden kann. Wichtig etwa bei Edelstahl, Sonderlegierungen und Hartmetall.

Zerspanung und Späne

Bei der Bearbeitung von Metallen durch Drehen, Fräsen oder Bohren entstehen Späne. Sie sind nach Werkstoff getrennt und möglichst trocken zu sammeln, da Öl und Kühlschmierstoffe bei der Verwiegung abgezogen werden.

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